06.03.2026 - 16:30 Uhr Vermögen gerecht besteuern - was können wir tun?
Vortrag und Diskussion mit Julia Jirmann vom Netzwerk Steuergerechtigkeit, Berlin
- Onlineveranstaltung | 6. März 2026; 16:30-18:00 Uhr
- Anmeldung: https://www.gew.de/anmeldung-wb-2#c89972
- Die Onlineveranstaltung richtet sich an GEW-Mitglieder und Interessierte
Empirische Studien kommen regelmäßig zu dem Ergebnis, dass die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung mindestens 60 Prozent des gesamten Nettovermögens
besitzen. Nach den aktuellen Daten der Deutschen Bundesbank ist die Ungleichverteilung in Deutschland im
Vergleich der EU-Staaten besonders groß.
Ursache dafür ist eine extreme Schieflage im deutschen Steuersystem. Eine allgemeine Vermögensteuer wird seit
1997 nicht mehr erhoben. Außerdem werden große Vermögen im Rahmen der Erbschafts- und Schenkungssteuer verschont, während kleine Vermögen im
Verhältnis stark belastet werden.
Gerade bei milliardenschweren Erbschaften versagt das deutsche Steuersystem. Nach der Auswertung von Julia Jirmann vom Netzwerk Steuergerechtigkeit erließen die
Finanzämter im Jahr 2024 allein 45 Großerben Steuern in Höhe von 3,4 Milliarden Euro. Aufgrund der steuerlichen
Verschonung von Unternehmensschenkungen und -
erbschaften sind den Bundesländern seit 2009 Einnahmen in Höhe von insgesamt 90 Milliarden Euro verloren gegangen. Geld, das insbesondere im strukturell unterfinanzierten Bildungsbereich fehlt.
Julia Jirmann arbeitet beim Netzwerk
Steuergerechtigkeit. Sie betreut als Referentin für Steuerrecht und Steuerpolitik den Bereich Erbschaft & Vermögen und die Einkommensteuer. Julia Jirmann studierte Wirtschaftsrecht (LL.M) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie Volks- und Betriebswirtschaftslehre an der
Universität Leipzig sowie in Bangkok.
Im Netzwerk Steuergerechtigkeit Deutschland arbeiten Gewerkschaften, kirchliche und entwicklungspolitische Organisationen, soziale Bewegungen, Umwelt- und Menschenrechtsverbände, wissenschaftliche Institutionen und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen sowie
aktive Einzelpersonen zusammen. Die GEW ist Mitglied des Netzwerks.