Afrika anders sehen – unbekannter Kontinent der Vielfalt

Afrika anders sehen: Unter diesem Titel startet die Volkshochschule Darmstadt in Kooperation mit dem AStA der h_da und dem AStA der EHD eine Herbst-Reihe, die uns den bunten Kontinent näher bringen soll – jenseits der Afrika-Klischees.

Afrika anders sehen

Afrika hat viele Gesichter, ist viel vielfältiger als wir denken: Das eine Afrika gibt es nicht! Afrika weist eine große regionale, kulturelle und ethnische Vielfalt auf – mit fast 2.000 Volksgruppen, über 2.000 eigenständige afrikanische Sprachen und Kulturen. Wie facettenreich es ist, zeigte musikalisch und mit Infoständen das Afrika-Fest auf dem Kantplatz. Es bildete gleichzeitig den Auftakt der kleinen "Afrika anders sehen"-Reihe.

Vorträge über die Geschichte des Kongos, Senegals legendären Politiker und Poeten Léopold Sédar Senghor und die Deutsche Kolonialgewalt in Südwest- und Ostafrika klären über wenig bekannte Geschichte Afrikas auf.

12.09.2017 - Geschichte des Kongos

  • Grausame Kolonialherrschaft im Kongo (1500-1960)
  • Simon Kimbangus (1887 - 1951) und seine Befreiungsbewegung
  • Dienstag, 12. September, ab 19.00 Uhr
  • Referent: Prof. Dr. Amsini Sadiki

28.09.2017 - Léopold Sédar Senghor – Ein afrikanischer Intellektueller und Politiker im 20. Jahrhundert

  • Donnerstag, 28. September, ab 19.00 Uhr
  • Café Glaskasten, Schöfferstraße 3, Erdgeschoss Hochhaus

Die Lebensdaten des senegalesischen Dichters und Politikers Léopold S. Senghor schließen fast das ganze 20. Jahrhundert ein: 1906 – 2001. Als Student gründete er die Bewegung der Négritude, die nach 1945 den Eintritt der „schwarzen“ Literatur in die Weltliteratur markierte. 1968 bekam er den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Trotz des Übergangs in die Politik (1960 – 1980 Senegals erster Staatspräsident), wird er zuerst als großer afrikanischer Dichter seiner Zeit in Erinnerung bleiben.

Prof. Dr. em. János Riesz
Geboren 1941, übernahm nach einem Studium der Germanistik und Romanistik 1979 an der Universität Bayreuth einen „Lehrstuhl für Romanische und Vergleichende Literaturwissenschaft – mit besonderer Berücksichtigung der afrikanischen Literatur“ (abgekürzt: „Afroromanistik“), der im Zusammenhang mit dem Aufbau eines interdisziplinären Afrika-Forschungsschwerpunkts stand und als erster in Deutschland die Afrika-Spezialisierung des Faches in Forschung und Lehre sich zu eigen machte. J. R. ist Autor zahlreicher Bücher und Aufsätze in deutscher und französischer Sprache zum Bereich der frankophonen afrikanischen Literaturen und der europäisch-afrikanischen Literaturbeziehungen, u.a. einer Biographie über „L. S. Senghor und der afrikanische Aufbruch im 20. Jahrhundert“ (Wuppertal 2006). Deutsche Kolonial-Gewalt in Afrika

05.10.2017 - Der Herero- und Namakrieg in Deutsch-Südwestafrika und der Majimajikrieg in Deutsch-Ostafrika

  • Donnerstag, 5. Oktober, ab 19.00 Uhr
  • Justus-Liebig-Haus, Große Bachgasse 2, Raum 22

Das deutsche Kaiserreich führte zwei große, wenig bekannte Kolonialkriege: Den einen in Deutsch-Südwestafrika (1904-07), den anderen in Deutsch-Ostafrika (1905-08). Beide gingen äußerst brutal gegen die Einheimischen vor. Der Krieg in Deutsch-Südwestafrika geriet sogar zum Völkermord. Nachdem die Forschung schon lange von Völkermord sprach, rang sich der Bundestag erst im Sommer 2016 dazu durch. Dieser Vortrag widmet sich den gemeinsamen, aber auch je besonderen Faktoren beider Kolonialkriege.

Dr. Susanne Kuß
Jahrgang 1965, lehrt und forscht an der Universität Bern (Schweiz), 1984-91 Studium der Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaft in Freiburg und Berlin, 1992-94 Mitarbeiterin am Ostasiatischen Seminar der Freien Universität Berlin, 1994-2008 in verschiedenen Positionen am Historischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg tätig, 1998 Promotion, 2012 Habilitation an der Universität Bern. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Kolonialgeschichte und zur deutsch-chinesischen Geschichte.