Aktuell

07.Feb.2011

Stellungnahme des AStA der Hochschule Darmstadt:

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Hochschule Darmstadt fordert die Rücknahme der im Hochschulpakt 2011 – 2015 festgelegten Kürzungen. Die Kürzungen führen zu einer nachhaltigen Unterfinanzierung der hessischen Universitäten und Fachhochschulen. Dies wird vor allem in den nächsten Jahren deutlich werden, wenn es durch die G8-Jahrgänge und die Aussetzung der Wehrpflicht mehr Studierende gibt.

Schon jetzt werden Professuren und Mitarbeiterstellen gestrichen, was sich auf die Betreuung der Studierenden und die Vielfalt der Studienangebote auswirkt. Überfüllte Hörsäle sind schon jetzt keine Seltenheit. Durch die Kürzungen in Höhe von 30 Millionen Euro ist es praktisch nicht möglich, die Vielfalt der Studiengänge auf Dauer aufrecht zu erhalten. Außerdem muss bei den Sachmitteln gespart werden, was sich in veralteten und schlecht ausgestatteten Laboren, Hörsälen und Seminarräumen, sowie PC-Räumen und Bibliotheken zeigen wird.

"Ich bin davon überzeugt, dass sich die Studien-, Bildungs- und Forschungsbedingungen an hessischen Universitäten und Fachhochschulen durch den Hochschulpakt in den nächsten Jahren massiv verschlechtern werden. Für die Hochschule Darmstadt bedeutet dies, dass 10 Prozent der Stellen gekürzt werden und das betrifft hauptsächlich Professuren." befürchtet Philipp Berg, Referent für Bildung im AStA der h_da. Alexandra Conea, studentische Senatorin und Mitglied des Fachbereichs Chemie- und Biotechnologie gibt hierfür ein Beispiel: „Bei uns muss durch die Kürzungen des Hochschulpaktes bereits ein Masterstudiengang in Biosystemtechnologie ausgesetzt werden.“

Die Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, betont bei Kritik am Hochschulpakt stets, dass es sich um das zweithöchste Budget für Hessische Fachhochschule und Universitäten handelt, das es je gab. Allerdings wird dieses Argument dadurch relativiert, dass es gleichzeitig auch mehr Studierende als je zuvor gibt und daher auch der Finanzierungsbedarf deutlich höher ist. Die Kürzungen im Hochschulpakt werden mit gesunkenen Steuereinnahmen begründet, allerdings kann das Land Hessen momentan wieder höhere Steuereinnahmen verzeichnen. Zudem sind in den letzten Jahren große Mengen an öffentlichen Geldern (über 60 Millionen Euro) in die private Bildung geflossen. Das Geld kam hier zum Beispiel der European Business School zugute, die nun noch einmal 15 Millionen für den Bau einer Tiefgarage zur Verfügung gestellt bekommt.

Daher empfindet der AStA die Haltung der Landesregierung als absolut unglaubwürdig und fordert eine baldige Nachverhandlung des Hochschulpaktes 2011-2015 und eine angemessene Finanzierung der Hochschulen, unabhängig von Finanzmarktkrisen.

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