02.Dec.2004
Die Kritik von Rafael Reißer zur gestrigen Theateraktion des Allgemeinen StudentInnenausschuss (AStA) der FH Darmstadt (FHD) ist aus der Luft gegriffen. In der Theateraktion wurde symbolisch die FHD zu einem Demokratiefreiem Sektor erklärt und dies veranschaulicht durch eine Grenze am Hauptgebäude. Diese „Grenzziehung“ war angelehnt an die ehemalige innerdeutsche Grenze. Hier sieht Rafael Reißer anscheinend keine Verbindung mit den Plänen der hessischen Landesregierung und ihrer Novelle des hessischen Hochschulgesetzes (HHG). „Dies sehen wir anders - im neuen HHG werden massiv demokratische Rechte der StudentInnen eingeschränkt und dies erlaubt den Vergleich mit der ehemaligen DDR“ entrüstet sich Patricia Brandenburg, Studentin der FH Darmstadt. Sie selber hat lange in der DDR gelebt.
Außerdem ruft Herr Reißer dazu auf, anstatt seine Zeit mit „völlig unangebrachten Protesten auf der Straße zu verbringen, hätten die Studenten besser ihre Vorlesungen in Geschichte besuchen oder in der Schule besser zuhören sollen.“ Dies zeugt von einer völligen Ahnungslosigkeit. Die FHD bietet keine Vorlesungen in diesem Geschichtsbereich an, da die schlechte Finanzierung durch das Land dies nicht zulässt. Auch bleibt durch verschärfte Gesetzesregelungen wie Langzeitstudiengebühren und äußerst straffe Studien- und Prüfungsordnungen in den Studiengängen kaum Zeit mehr für alternative oder studiengangsübergreifende Veranstaltungen. Um dem entgegenzuwirken, fordern bundesweit Vertreter der StudentInnen ein Studium Generales, um in den ersten zwei Semestern eine allgemeine wissenschaftliche Ausbildung auch in fachfremden Bereichen zu erhalten. Auch muss die Finanzierung der Hochschulen wieder erhöht werden - nicht nur um Zusatzangebote zu finanzieren, sondern auch um die Kernaufgaben zu sichern.
Insgesamt sind die Äußerungen von einem Parlamentarier sehr bedenklich: „Hier wird versucht, legitimen Protest zu diffamieren und politische Meinungsäußerungen zu unterdrücken, beides Merkmale des DDR-Regimes.“ kommentiert Tobias Nebel, Sozialreferent im AStA der FHD.
Für weitere Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung
Tobias Nebel (0176 – 298 437 41)
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Pressemitteilung, Soziales








